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Der erste Flug eines Österreichers ins All war nicht nur für die österreichische Wissenschaft Prüfstein und
Herausforderung. Er war zugleich ein markantes Ereignis für diesen Staat und dieses Land. Der österreichische
Kosmonaut nahm für seine Mission die Strapazen einer harten Ausbildung und ein nicht geringes Risiko auf sich. Dennoch
war AUSTROMIR nicht die Leistung eines einzelnen: es war ein österreichisches Projekt, hinter dem die Arbeit
hervorragender Wissenschaftler und die Hoffnungen und Erwartungen einer ganzen Nation stand. Dieser Aspekt wurde
durch eine Reihe von symbolischen Gegenständen unterstrichen, die Österreichs ersten Mann auf seinem Flug ins All
begleiteten. Diese Gegenstände standen stellvertretend für ein Land mit einer tausendjährigen Geschichte, einer
Nation, die in den Bereichen Kunst und Wissenschaft hervorragende Leistungen erbrachte. Und sie werden als bleibende
Zeugen des Allflugs dieses einmalige Ereignis auch für die Zukunft bewahren.
Österreich führte mit den symbolischen Gegenständen aber auch eine Tradition weiter, die von sowjetischer Seite seit vielen Jahren gepflegt wurde: Gastkosmonauten führten Flaggen, Medaillen, Briefmarken ihres Heimatlandes mit sich, von denen ein Teil nach Abschluss den Sowjets übergeben wurden. Diese Gegenstände erfreuten sich bei den Sowjets höchster Wertschätzung und werden im Rahmen von Ausstellungen öffentlich gezeigt. Die symbolischen Gegenstände
Einer Tradition der sowjetischen Raumfahrt zufolge lädt der Gastkosmonaut die Besatzung der Raumstation zu einem gemeinsamen Gastmahl. Österreich, ein Land, in dem gutes Essen unmittelbarer Ausdruck von Lebenskultur ist, hat diese Tradition gerne aufgegriffen. Ein typisch österreichisches Gastmahl? Jedermann denkt da zuerst an ein saftig-zartes Wienerschnitzel mit goldbraun-knuspriger Panier. Doch sosehr sich die russischen Enährungsexperten für den Geschmack dieses österreichischen Nationalgerichts begeisterten, das Attribut "weltraumtauglich" mußten sie dem Wienerschnitzel leider verwehren. Die Brösel würden noch Tage nach dem Essen schwerelos durch die Raumstation schwirren. Ähnliche Gründe bedeuteten auch für viele andere österreichische Spezialitäten das Weltraum-Aus. Das Gastmahl (Masse ca. 4 kg) war in einer Aluminiumdose (380mm x 300mm x 120mm) verpackt und setzte sich aus Produkten verschiedener AUSTROMIR-Sponsorfirmen zusammen:
Nach dem Plug wurden sämtliche symbolischen Gegenstände mit einer speziellen Plombe versehen und damit als Original-Weltraumobjekte kenntlich gemacht. Viele von ihnen waren als Ehrengeschenke gedacht. So erhielten der Bundespräsident, der Bundeskanzler sowie die Präsidenten des National- und Bundesrates je eine der Österreich-Wimpeln. Die Wimpeln mit den Farben der Bundesländer wurden den Landeshauptleuten übergeben. Ein sehr persönliches Geschenk hatte das AUSTROMIR-Team für seinen "Chef", den Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, Vizekanzler Busek vorbereitet. Eine Seite aus seinem Lieblingsbuch "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry hat sich wie der kleine Held dieses literarischen Meisterwerks auf Allreise begeben, um schließlich als "Allsouvenir" die Bibliothek des ehemaligen Ministers zu bereichern. |
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